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Wien bestellt Bio


Wien bestellt Bio

  • orf.at
    21.04.2014

    Bio-Supermärkte gibt es in Wien nur wenige und Höfe liegen meist außerhalb der Stadt. Weil die Nachfrage trotzdem da ist, haben einige Bauern beschlossen, den Kunden ihre Produkte direkt vor die Haustüre zu bringen.

    Bewusste Ernährung ist ein Dauerthema. Überall wird philosophiert, wie und was man essen sollte, um gesund zu bleiben und den Körper in Schuss zu halten. Auch in Wien scheint dieses Bewusstsein angekommen zu sein, Supermärkte mit Bio-Komplettsortiment hinken in ihren Filialen aber trotzdem hinterher. Alternativ gibt es die Bio-Bauernhöfe außerhalb Wiens, die eigene Produkte in ihren Läden verkaufen. Aber wer hat schon die Zeit, da rauszufahren? Eben.

    Ein völlig neues Konzept im Zuge dieser gesteigerten Wiener Bio-Affinität hat sich Rita Huber gemeinsam mit ihrem Geschäftspartner ausgedacht. Bei „Rita bringt’s“ wird aus rein biologischen und vorwiegend regionalen Zutaten jeden Tag ein anderes, frisches Mittagessen gekocht und anschließend mit dem Fahrrad ins Büro oder nach Hause ausgeliefert. Das Obst und Gemüse bezieht Rita Huber vom Biohof Adamah, der in Österreich als Pionier der Idee mit der Bio-Hauszustellung gilt. Diesen Service nutzt nicht nur Rita Huber.

    Seinem Beispiel sind mittlerweile auch andere Höfe gefolgt, die ihre Kunden nun direkt mit frischen Bio-Zutaten beliefern. Eine Marktnische scheint aufgefüllt.

    1.000 Biokistl pro Tag
    Der Biohof Adamah in Glinzendorf liegt mit dem Zug etwa 40 Minuten von Wien entfernt. Der Hof bietet vor allem Obst und Gemüse aus Eigenanbau, aber auch Brot, Fleisch, Wurst, Milch, Käse und sogar Wein. Weitere Produkte bezieht der Hof von seinen Partnern, so werden beispielsweise Bio-Tomaten aus Italien und Frankreich zugebracht, da sie in hier noch keine Saison haben. Die einzelnen Produkte können im Webshop des Biohofs zusammengestellt und schließlich bis vor die Haustüre geordert werden.

    Adamah liefert diese Bestellungen dann im sogenannten BioKistl aus, für die die Zutaten entweder ganz individuell ausgesucht werden können oder auch ganz einfach nach „Regional-Kistl“, „Mutter-Kind-Kistl“ oder „Gartler-Kistl“ geordnet in den buchstäblichen Warenkorb gelegt werden können. Je nach Bezirk werden die BioKistl dann an bestimmten Wochentagen zugestellt. Mittlerweile sind das ungefähr 5.000-6.000 Kistl pro Woche, also durchschnittlich etwa 1.000 pro Tag, erklärt Ekkehard Lughofer.

    „Sollten die Kunden zum Lieferzeitpunkt nicht zuhause sein, so wird das Kistl je nach Wunsch entweder zu den Nachbarn gebracht oder auch einfach vor der Haustüre abgestellt“, so Lughofer. Da die BioKistl außerdem in einer Thermobox kommen können, tragen die Produkte auch keinen Schaden davon, wenn die Kunden die Produkte erst später ins Haus oder in die Wohnung holen.

    Viele Nachahmer für noch mehr Bio
    Mittlerweile gibt es schon mehrere Biohöfe, die sich diesen nachhaltigen Kundenservice leisten können und wollen. Auch der Biohof Mitter in Breitenfurt bei Wien bietet diesen Dienst, der unter dem Namen „biomitter bringt’s“ läuft, bereits seit elf Jahren an. Gründer Wolfgang Mitter ist Mitglied beim Verband Demeter, der sich auf biodynamische Landwirtschaft und Forschung spezialisiert und dabei auf streng biologischen Richtlinien aufbaut, die schließlich auch von den Vereinsmitgliedern eingehalten werden müssen.

    Auch Biomitter bringt seine Produkte in Kisten, die im eigenen Webshop bestellt werden können. Es gibt 17 verschiedene Zusammenstellungen in drei Größen im Sortiment, die täglich in der Früh gepackt und mit Lagertipps und passenden Rezepten ausgestattet ausgeliefert werden. In Wien und Niederösterreich hat der Biohof etwa 1.300 Kunden pro Woche.

    Solidarität und Bio-Qualität
    Weitere Unternehmen, die diesem Prinzip folgen, sind der Biohof Mogg in Herzogenburg in Sankt Andrä an der Traisen und der in Wien Alsergrund angesiedelte Mühlviertler Bio-Lieferservice Biowichtl. Der Biohof Mogg wirtschaftet außerdem nach CSA, nach Community Supported Agriculture. Damit die landwirtschaftliche Tätigkeit wieder im Zentrum steht, werden die aktiven Landwirte solidarisch von den Verbrauchern getragen. Die Solidarität zwischen den Parteien steht hierbei also im Mittelpunkt.

    Die Konzepte haben ihre kleinen Eigenheiten, gemein ist ihnen jedoch der hohe Anspruch an die Bio-Qualität der Lebensmittel. Mit „Rita Bringt’s“ wird diese Maxime noch ein weiteres Level gesteigert. Dass auch dieses bisher einzigartige Konzept seine Nachahmer findet, ist zu hoffen.


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